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KONG® Equine: Spielzeug für die Ponybande

Am Ponyhof gibt es immer etwas zu verbessern und so bin ich unaufhörlich auf der Suche nach Optimierungsmöglichkeiten unserer Pferdehaltung. Dazu gehört auch, dass die Pferde den lieben langen Tag nicht nur herum stehen und gesund sind, sondern dass sie auch geistige Beschäftigung haben. Seit Kurzem haben wir dazu eine neue Installation im Einsatz: KONG® Equine! Und natürlich möchte ich dir berichten, wie sich die Teile bei uns bewähren.

KONG® Equine – was ist denn das?

Falls du Hundebesitzer bist, dann kennst du sicher die Marke KONG®: sie stellen Gummispielzeug zur selbstständigen Beschäftigung für Hunde her. „Enrichment“ nennt man das, das heißt „Bereicherung“ für den Hundealltag. Der Clou an der Sache: das Spielzeug kann mit Futter gefüllt werden und die Tiere müssen das Futter dann daraus heraus holen/schlecken/kauen – und haben auch noch Spaß daran, das heißt sie finden artgerechte Beschäftigung.

Natürlich gibt es solche Produkte von unterschiedlichsten Herstellern, aber KONG® war einer der ersten Anbieter dafür. Das originale Hundespielzeug ist bereits in den 70er-Jahren entstanden.

Mittlerweile gibt es eine riesige Palette an Hundespielzeug und mit den Jahren hat die Firma festgestellt: diesen Bedarf gibt es nicht nur bei Hunden! Daraus resultierte mit der Zeit KONG® Zoo, eine eigene Sparte für Beschäftigungsspielzeug für Zootiere. Ja und was einem Nashorn stand hält, hält auch einem Pferd stand 😉 – der KONG® Equine war geboren.

Konkret besteht die Pferdeedition aus der originalen „Schneemann-Form“, die man bereits vom Hundespielzeug kennt. Der Innenkörper ist hohl und kann mit Leckerchen oder Heu gefüllt werden, welches die Pferde herausholen müssen. Das alleine wäre aber noch nicht so besonders, denn dafür gibt es auch bereits diverse Bälle und ähnliches Spielzeug. Was den KONG® Equine hingegen wirklich besonders macht, ist die hängende Variante. Diese ist einerseits mit einer Aufhängevorrichtung ausgestattet und andererseits ist um die Mitte des „Knubbels“ ein Ring angebracht. Und der ist das eigentliche Highlight: darin kann man wunderbar Futter einfüllen, welches die Pferde dann herausholen müssen. Als ich die Dinger das erste Mal im Internet entdeckte, war mir sofort klar: die brauchen wir! Gesagt, getan.

Der KONG® Equine im Pferdetest

Wir haben bei uns am Ponyhof pro Pferd ein Stück der hängenden Variante installiert, und zwar an Bäumen auf unserem Trail. Alle drei Teile hängen komplett freischwingend an Ästen in unterschiedlichen Höhen, das heißt bei Berührung bewegen sie sich. Befüllt haben wir jeden KONG® mit einer Mischung aus kleinteiligem Futter (Wiesencobs, Sonnenblumenkerne, Hagebutten etc.) und größeren Stücken, die man gut einklemmen kann (Brotstücke und Karotten).

Unsere Erwartungshaltung war, dass insbesondere Lanzelot total auf die Dinger abfahren wird, weil er ein seeeeehr „Maul-orientiertes Pferd“ ist und alles mit seinen dicken Lippen untersucht. Die Realität? Mal wieder ganz anders. 😁

Der erste Eindruck: eine Sache des Charakters

Wider unserer Erwartung, zeigte Lanzelot komplettes Desinteresse an den Gummiteilen. Er war zwar höchst interessiert, als wir die KONG®s mit Leckereien befüllt haben, aber das war’s. Er hat die Dinger kurz angeschnupst, festgestellt dass das Futter „ausweicht“ und damit war ihm die ganze Sache zu blöd.

Ganz anders hingegen Ísungur: der kleine Chef hatte gleich den erstbesten KONG® als „seinen“ auserkoren und war höchst erfreut über diese Denksportaufgabe. Mit meisterlicher Überlegenheit hatte er sofort gecheckt, dass er das Gummispielzeug nur kräftig anschubsen muss, damit die beweglichen Kleinteile herausfallen und er sie bequem vom Boden aufsammeln kann. Aber auch bei den fester eingeklemmten Futterstücken zeigte er rege Begeisterung über die Herausforderung und hat sich mit großem Enthusiasmus mehrere Taktiken erarbeitet, wie er diese bestmöglich heraus bekommt. Challenge mastered. 💪

Nelly zeigte ebenfalls großes Interesse an den schwingenden Teilen. Im Unterschied zu Ísungur ging sie allerdings mit deutlich mehr Ruhe und Geduld an die Sache heran. Während das Chef-Pony emsig verschiedene Techniken ausprobierte, hatte sich die Prinzessin schnell auf einen Lösungsansatz konzentriert: den Gummiring mit der Oberlippe greifen und den Inhalt ausleeren. 😋

Der KONG® Equine im Langzeiteinsatz

Nach der ersten Euphorie waren wir natürlich gespannt, ob sich das Pferdespielzeug dann auch im Alltag bewährt. Sprich: ob tatsächlich ein Mehrwert für die Pferde hinsichtlich Beschäftigung existiert. Vor allem bei Lanzelot, der sich initial ja gar nicht für die Teile interessierte, hatten wir die Hoffnung dass er sie mit der Zeit doch noch spannend finden würde.

Diese Hoffnung hat sich leider nicht erfüllt. Lanzelot ignoriert die KONG®s nach wie vor. Ich denke, dass seine Neugierde wahrscheinlich eher geweckt wäre, wenn wir das Pferdespielzeug am Boden liegend verwenden würden. Das ist bei uns aber aufgrund der Hanglage leider nicht möglich.

Ísungur und Nelly hingegen sind auch nach Wochen noch mit Freude dabei. Besonders Ísungur ist regelrecht begeistert von seinem neuen Spielzeug! Immer wieder geht er regelmäßig die KONG®-Stationen besuchen, um zu überprüfen, ob wir sie bereits wieder befüllt haben. Und auch wenn wir gemeinsam Intrinzen-inspiriert am Trail spielen, legt er seine Pausen bevorzugt an den KONG®s ein. Ich nehme das dann als Zeichen, um seine Leckerlis im hängenden Reifen zu platzieren und ihm so eine andere Möglichkeit biete um an die Leckerlis zu kommen. Faszinierenderweise scheint es ihm aber mehr darum zu gehen, dass er diesen Prozess auslösen kann, als dass er die Leckerchen dann tatsächlich dort raus holt: meistens möchte er dann stattdessen lieber weiter spielen und leert das Gummispielzeug dann später.

Mittlerweile verwende ich den KONG® Equine auch gerne als End-of-Session-Signal. Das heißt, wenn ich unsere gemeinsame Spielzeit beenden möchte, gehe ich zu einem der KONG®s und befülle ihn mit den restlichen Leckerlis. So wissen die Pferde „OK, die gemeinsame Zeit ist um, aber ich kann mich alleine weiter mit diesem Teil hier beschäftigen“.

Materialverschleiß

Wie sieht es aber eigentlich mit der Haltbarkeit aus? Nachdem ich die KONG®-Produkte bereits aus dem Hundebereich kenne und weiß, dass sie dort auch unserer Kangal-Hündin Stand halten, war ich recht zuversichtlich dass die Teile auch unsere Pferde überleben werden.

Und meine Erwartung wurde nicht enttäuscht. Der Körper und Ring des KONG® Equine besteht aus super robustem Kautschuk, welcher nachgiebig und zäh zugleich ist. Mit Reinbeißen haben die Pferde keine Chance, das Spielzeug zu zerstören. Selbst wenn die Pferde darauf treten würden, bin ich überzeugt dass sie das überleben würden.

Die hängende Variante des KONG® Equine besteht aber nicht nur aus dem eigentlichen Körper plus Ring, sondern auch aus der Aufhängevorrichtung. Diese ist bereits vormontiert im Kautschukkörper. Dazu ist eine Gummilasche durch die kleine Öffnung an der Oberseite des KONG® gezogen, an welcher ein Seil befestigt ist. Das Seil besteht aus geflochtenen Kunststofffäden und ist mega robust. Bei uns hängt das Spielzeug teils an sehr rauen Ästen, aber am Seil sind bis dato keinerlei Gebrauchsspuren erkenntlich. Der mitgelieferte Karabiner ist mit einer Sicherheitshülse versehen, so dass er nicht unabsichtlich von den Pferden geöffnet werden kann.

Unser Fazit zum KONG® Equine

Alles in allem scheint der KONG® Equine wirklich durchdacht, robust und sicher. Man merkt, dass der Hersteller jahrzehntelange Erfahrung in der Materialentwicklung hat und das Produkt wirklich pferdetauglich ist.

Hinsichtlich der Beschäftigungsmöglichkeiten sind wir ebenfalls begeistert. Auch wenn nur zwei von unseren drei Pferden damit interagieren, hat es unseren pferdigen Alltag trotzdem bereichert. Denn: wenn der Herdenchef beschäftigt ist, dann hat die restliche Herde auch etwas davon. 😉
Und dadurch, dass Ísungur einfach regelmäßig die einzelnen KONG®-Stationen auf Nachschub kontrolliert, bewegen sich auch Lanzelot und Nelly auf seinen Routen mit. Damit ist also nochmal ein gesteigerter Bewegungsanreiz am Trail geboten.

Was ich tatsächlich als Wermutstropfen empfinde, sind die Kosten: ein KONG® Equine kostet aktuell 125€, plus Versandkosten. Wenn man das Spielzeug allerdings – so wie wir – am Paddock Trail einsetzen möchte, benötigt man je nach Herdengröße gleich mehrere der Teile. Und das geht dann durchaus ins Geld. 😇

Trotzdem finde ich den KONG® Equine absolut empfehlenswert und bereue die Investition keineswegs. Denn: was tut man nicht alles für glückliche Ponies?!

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