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Intrinzen-Kurs mit Steinar 2019: es war genial!

Wow, ich bin noch immer ganz von den Socken vom Intrinzen-Wochenendkurs mit Steinar und möchte euch daher gerne davon berichten. Kurz gesagt: es war grandios 🤩

Steinar war zwar nicht zum ersten Mal in Österreich, aber es war der erste Kurs nach Intrinzen in unserem Lande. Und es war mir eine große Ehre diesen veranstalten zu dürfen! Ich war auch total begeistert vom regen Interesse am Kurs, denn abgesehen von den 10 aktiven Teilnehmern (u.a. Ísungur und ich) waren auch noch über 40 Zuseher live dabei. Von diesen hat mich das Feedback besonders gefreut, denn alle waren sehr angetan von der durch und durch positiven Stimmung.

Zu dieser Stimmung hat natürlich Steinar maßgeblich beigetragen, denn er strahlt einfach eine Ruhe und gelassene Fröhlichkeit aus, die absolut ansteckend sind.

Obwohl ich am ersten Tag ein totales Nervenbündel war, hat es Steinar toll geschafft meine Anspannung zu lösen und eine sehr angenehme, produktive Stimmung zu schaffen. Und zwar so sehr, dass mich mein kleines Meister-Pony (einmal mehr) komplett überrascht hat: der kleine Zottel kam in die Halle, sah die riesige Fläche und die Spielsachen und legte einfach los!

Ísungur, der kleine große Held

Ísungur war es ja, der mich vor knapp 2 Jahren zu Intrinzen gebracht hat und seitdem hat sich unser gemeinsamer Pfad immer mehr gefestigt. Von Anfang an hat Herr Pony dabei das Konzept von Autonomie sehr toll gefunden und lang und ausführlich getestet. Das heißt: in unseren Intrinzen-Anfängen sind wir hauptsächlich regungslos gestanden, weil Ísungur lang und breit getestet hat, ob er wirklich „Nein“ sagen darf oder ob ich ihn nicht doch irgendwann wieder von der anderen Ecke des Paddocks holen und zu seinen Übungen zwingen würde.

Mit der Zeit hat sich das „Nein“-Sagen immer mehr reduziert (sehr zu meinem damaligen Erstaunen 😊) und das Pony ist immer öfter auf meine Vorschläge eingestiegen, bis er schließlich sogar angefangen hat diese aktiv selbst einzubringen. Trotzdem gab (und gibt) es immer wieder Episoden, wo er „Nein“ sagt; meistens, wenn ich zu viel will, selbst in schlechter Laune oder ungeduldig bin oder wenn er sich unsicher ist.

Power-Pony-Show

Daher war ich von Ísungurs Reaktion am Kurs einfach total begeistert, denn er war sich seiner Autonomie so sicher, dass er tatsächlich einfach super gut gelaunt zeigen wollte was er kann. Und was er alles konnte! Zuhause haben wir ja keinen Reitplatz und unser Paddock bzw. gesichertes Gelände bieten nur sehr wenige kurze gerade Strecken, auf denen schnellere Gangarten unfallfrei möglich sind. Daher war Galopptraining bisher nur sehr begrenzt möglich. Aber in der Halle am Kurs packte Ísungur aus, was bereits die ganze Zeit in ihm geschlummert ist: sein Gangwerk!

Ich war einfach nur hin und weg von meinem kleinen Meister-Pony, das ohne Aufforderung wunderschönen Bergauf-Galopp, runden Tölt(!) und Trab in eleganter Selbsthaltung und natürlich seinen Intrinzen-inspirierten Panther Walk zeigte. Damit kam mir Ísungur gleich einen halben Meter größer vor!

Als Ísungur genug vom Laufen hatte (und mir die Puste ausging 😅), ist er schließlich zu seiner Lieblingsübung übergegangen: Crunches! Darin ist er ja wirklich Meister und wenn er auf sonst nichts Lust hat, dann macht er trotzdem immer das. Da merkt man beim ihm ganz eindeutig, wie sehr er vom mentalen Effekt der Crunches profitiert: es ist ganz einfach eine stolze und „mächtige“ Körperhaltung und genau das überträgt sich auch auf das Selbstwertgefühl des Tieres. Daher betonte Steinar auch, dass er die Crunches eigentlich lieber „Power Posture“ nennt, da dieser Name den psychischen Effekt viel besser hervor hebt.

Hinweis zur Matte: weil ich sowohl am Kurs selbst als auch danach von einigen Leuten gefragt wurde, wo die tolle blaue Matte her ist: das ist eine rutschfeste Gymnastikmatte von Amazon* und sie ist wirklich strapazierfähig 😉

Intrinzen: Spaß, aber mit Sinn

Du merkst schon, ich gerate „etwas“ ins Schwärmen wenn ich von Ísungur berichte 💖 und ich wage zu sagen, dass er auch die meisten Zuseher in seinen Bann gezogen hat. Dabei vergisst man aber leicht, dass all die spielerischen und motivierten Bewegungen keinem Selbstdarstellungszweck dienen, sondern dazu genützt werden sollten um das Pferd zu trainieren.

Daher haben wir uns am Kurs bemüht, vermehrt an den Übergängen und der Ausdauer zu arbeiten. Dadurch hat sich auch direkt die Qualität der einzelnen Bewegungsabläufe verbessert, weil gerade in den Übergängen die Stabilität des Pferdes gefordert ist und somit auch gefördert wird.

Was mir Steinar am Kurs besonders deutlich gemacht hat, ist der Einfluss der eigenen Position und Körperhaltung auf das Pferd. Im Kopf war mir das zwar natürlich schon klar (gerade in meiner Vergangenheit beim Natural Horsemanship war die eigene Körpersprache ja ein wichtiger Bestandteil), aber irgendwie war ich nicht fähig das alleine in die Praxis umzusetzen. Und siehe da, mit Steinars Unterstützung hat es dann einfach so geklappt!

Manchmal hat man wirklich einen Knoten im Kopf…oder ich denke einfach zu viel. Denn auch das betonte Steinar stets bei allen Teilnehmern: weniger über das Pferd nachdenken und dafür einfach mal auf sich selbst achten. Selbstbewusst schreiten, die Wunder der Natur rund um sich herum aufsaugen und einfach Sein. Es ist schier unglaublich, wie sehr Pferde das zu schätzen wissen und so nebenbei aufblühen! Wenn sie nicht den permanenten Druck ihrer Menschen auf sich spüren (und dafür reicht oftmals aus dass wir sie einfach nur ansehen!), sondern man ihnen einfach eine angenehme Präsenz vermittelt, in der sie sich entfalten können. Das sind jene Momente, in denen die Magie spürbar wird 🦄

Ísungur und der Sattel

An den ersten beiden Kurstagen haben das Meister-Pony und ich daher vor allem an der Vertiefung und Verfeinerung unseres bestehenden Repertoires gearbeitet. Am dritten und letzten Tag hatte ich das Reitpad mitgenommen und war gespannt, was Ísungur dazu sagen würde. Dazu musst du wissen, dass das Reitpad für Ísungur immer Ausreiten bedeutet, d.h. anstrengendere, längere Ausflüge, bei denen er keine Autonomie hat.

Meine Erwartungshaltung war daher: sobald ich das Pad auflege, wird seine Motivation verflogen sein. Und so war es auch! Ab dem Zeitpunkt, ab dem das Pony das Reitpad umgeschnallt hatte, war Stehen angesagt. Ganz demonstrativ hat er sich dann an die Bande zu den Zusehern gestellt und sehr deutlich gemacht: Nö!

Keine Schwimmnudel, kein Plastiksackerl, kein Target konnte ihn zu Bewegung überreden. Nur Crunches, die wollte er nach wie vor machen, allerdings auch eher verbissen denn geschmeidig.

Mach’s doch mal anders!

Steinar meinte schließlich, ich solle das Pad mal weiter zurück legen, denn es sähe danach aus als ob es auf die Schulter drückt. Ich hielt das eher für unwahrscheinlich (schließlich ist es ein flexibles Reitpad und kein starrer Sattel, was soll denn da bitteschön drücken?!), aber ich folgte der Aufforderung und rückte das Pad ca. 5cm weiter nach hinten. Ergebnis: keine Reaktion seitens des Ponies, genau so wie ich mir gedacht hatte!
Doch Steinar gab sich damit nicht zufrieden und legte selbst Hand an: er lockerte das Pad und schob es nochmal gut 15cm weiter nach hinten. Und ehe er noch die zweite Gurtstrippe wieder befestigen konnte, zeigte Ísungur eindeutig: Yeah! Mit einem Quieken und ungeduldigem Beinstampfen machte er seine Zustimmung zur geänderten Sattel-Position deutlich und marschierte einfach im Panther Walk los 😲 ich war absolut baff.

Sogleich stieg ich auf Ísungurs Vorschlag des Panther Walks ein und prompt startete das Pony in energischen Trab und zeigte ganz eindeutig: endlich kann ich mich wieder bewegen! Ich war dermaßen erstaunt und erleichtert, dass ich einfach nur noch lachen konnte. Wie konnte ich denn so doof sein und so etwas Offensichtliches übersehen? Alleine zuhause hätte ich mich nie im Leben getraut das Reitpad so weit nach hinten zu legen (die tragenden Rippen! Das kurze Brustbein! Da hinten ist ja nichts mehr von alledem!), aber Ísungurs Reaktion war so klar und deutlich, dass ich es wohl gar nicht mehr anders machen kann 😁

Eine bunte Mischung

Aber nicht nur Ísungur und ich hatten so einprägsame Erfahrungen gemacht, sondern auch die anderen Teilnehmer des Kurses. Ich war begeistert, wie toll sich die großartigen Pferde und ihre engagierten Besitzer alleine in den drei Kurs-Tagen entwickelt hatten. Und auch beim Zusehen jedes einzelnen Pferd-Mensch-Paares konnte ich persönlich nochmal total viel Input mitnehmen (und ich glaube, so ist es auch den anderen Zusehern ergangen).

Besonders schön fand ich die bunte Mischung der Teilnehmer: sowohl von Rasse, Alter, Intrinzen-Erfahrung als auch persönlichen Zielen war quasi alles vertreten und daher sehr spannend zu beobachten: vom spanischen Youngster, über den isländischen Turnier-Hengst und den charakterstarken Huzulen bis zum feuer-eifrigen Oldie war alles vertreten. Und auch die These, dass Warmblüter nicht für Intrinzen geeignet seien, konnte erfolgreich widerlegt werden 😉

Die meisten Teilnehmer hatten noch wenig Erfahrung mit Intrinzen (bzw. allgemein mit positiver Verstärkung) und gerade bei diesen fand ich die Entwicklung über die drei Tage hinweg schlichtweg genial. Es war so schön zu beobachten, wie sich anfängliche Skepsis (der Pferde) und Überforderung (der Menschen) langsam in beiderseitige Neugierde, Bewegungsfreude und Selbstsicherheit gewandelt haben. Man konnte förmlich spüren, wie sich hier neue Bande zwischen Pferd und Mensch gebildet hatten 💕

Die illustre Runde der Teilnehmerinnen (ich schwöre, die Farbwahl des Gewands war nicht abgestimmt!), u.a. mit Teresa Matousek, Helena Manzenreiter, Birgit Finta (die so wunderschöne Fotos gemacht hat!) und Verena Hieret 🤗

Schön war’s!

Aus meiner Sicht war es ein durch und durch toller Kurs (sogar der Dauerregen hat für die drei Tage Pause gemacht!) und ich freue mich schon total auf eine Wiederholung nächstes Jahr. Auch das bisherige Feedback der Leute war durchwegs positiv und die meisten sind total motiviert nach Hause gefahren – noch am Sonntag haben mich zahlreiche Rückmeldungen von begeisterten Pferdemenschen erreicht, die prompt noch am gleichen Tag das positive Kurs-Gefühl mit zu ihren Pferden genommen haben und begeistert waren.

An dieser Stelle möchte ich mich auch ganz herzlich bei Karin und Hermann vom Nordwaldhof bedanken, auf dem ich den Kurs veranstalten durfte: die Location ist einfach toll und die Unterstützung von euch beiden war klasse! Vielen Dank dafür und ich freue mich mal wieder auf einen Besuch bei euch 🙂

Und natürlich geht auch noch ein riiiiiesiges Dankeschön an Steinar selbst: es war so toll dass du da warst! Und wir freuen uns schon riesig auf den nächsten Kurs mit dir 🤗

Die Anekdote zum Schluss

Obwohl ich vom Kurs selbst bereits vollauf begeistert war, folgte mein persönliches Highlight dann zurück zuhause am Ponyhof: als ich mit Ísungur wieder daheim am Hof angekommen und unsere kleine Herde wieder vereint war, machte ich mich sogleich an die abendliche Stallarbeit. Die Pferde fraßen zufrieden ihr Heu und ich mistete den Paddock ab.

Und dann passierte das Unglaubliche: Ísungur ließ sein Heu stehen, um zu mir zu kommen. Und zwar nicht irgendwie, sondern er kam aus dem Stall heraus stolziert in wunderschönem Panther Walk, brummelte mich an und machte deutlich: jetzt fängt der Spaß erst an!

Ich kann dir gar nicht sagen, wie ich mich in diesem Moment gefühlt habe – Ísungur hat noch nie sein Heu liegen gelassen um zu mir zu kommen! Geschweige denn um etwas Anstrengendes zu machen. Das war für mich das schönste Kompliment jemals 💓 und leise hörte ich Steinars Worte: „only the sky is the limit“!

8 comments

  1. Kerstin Petersson says:

    How wonderful!!! I searched on internet after Intrinzen and found your wonderful site (with help of Google translation as I cant read german). I have had kind of the same path (but much longer as I am older) with „classic“ military school riding, natural horsemanship, academic art of riding but have seen and felt the lack of understanding and body resistens in all of my horses. But when I found Intrinzen last year and went to a clinic with Steinar this summer in Sweden its like everything falls in place. Their brain and movement theories with body awareness for both horse and human feels just right. And my horses are so much more interested in what we are doing. My Twist has just the other day begin to understand the combination of crunch and panterwalk and starts to rise his body in a way I have never seen before together with me. So thrilled!!! Thanks for your words!

    • Nathalie says:

      Hi Kerstin,
      thank you so much for your wonderful comment! Yes, the clinic was also a huge boost for us, as it really did bring people together and I’m really benefitting from the exchange with all the likeminded people (and horses 😉 in real life. I’m already looking very much forward to a follow-up next year!
      All the best from Austria,
      Nathalie and the wonderful ponies

  2. Nina says:

    Liebe Nathalie,
    Vielen Dank für den tollen Artikel, der vor Begeisterung nur so sprüht. Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit Intrinzen, hab mich auch für das Projekt Proprius angemeldet, aber mit meinem Pferd noch nicht losgelegt…
    Du schreibst „Ausreiten bedeutet (…) anstrengendere, längere Ausflüge, bei denen er keine Autonomie hat.“
    Und genau deswegen habe ich auch Bedenken: funktioniert das denn – dieser totale Gegensatz, dem Pferd bei der Bodenarbeit beibringen, dass es Nein sagen darf und gleichzeitig beim Ausreiten (aus Sicherheitsgründen) auf Gehorsam bestehen? Meine Sorge ist, dass mein Pferd (das ohnehin eine Neigung hat, sehr schnell durchzugehen) dann völlig unkontrollierbar wird. Auf der anderen Seite habe ich die Hoffnung, dass das Intrinzen ihm vielleicht mehr Sicherheit gibt und ihm hilft, seinen Stress besser zu verarbeiten. Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir deine Meinung dazu schreiben möchtest. Herzliche Grüsse, Nina

    • Nathalie says:

      Hallo Nina!
      Meiner Erfahrung nach funktioniert das sehr gut, so lange man es nicht „irgendwie“ macht, sondern mit einem (für das Pferd nachvollziehbaren) System. Das heißt: man sollte sich vorab genau überlegen, in welchem Kontext man dem Pferd Autonomie geben kann (und will) und in welchem nicht. Wenn man das von Anfang an klar nur in gewissen Situationen/Rahmenbedingungen zulässt, dann habe ich bisher kein Pferd erlebt das damit Probleme hat. Beispielsweise kann man von vornherein klar machen, dass es am Putzplatz keine Autonomie gibt, denn dort ist häufig der Platz wo man dem Pferd keine freie Entscheidung geben kann (z.B. ob es jetzt die Hufe gemacht bekommt oder nicht). Das gleiche gilt meistens auch beim Spazierengehen oder eben Ausreiten: da kann man dem Pferd meist aus Sicherheitsgründen ebenfalls keine freie Entscheidungsmöglichkeit geben. Aber: das Pferd kann trotzdem seine Meinung äußern und man kann als Mensch darauf reagieren – und zwar auch ohne komplett die Kontrolle aufzugeben 🙂
      Bei uns sieht das z.B. so aus, dass Ísungur beim Ausreiten „Mitspracherecht“ hat, das heißt: er darf meistens die Gangart und das Tempo entscheiden (nicht aber die Richtung, denn ich kann ihn leider nicht querfeldein marschieren lassen), aber ich habe ein „Veto“: wenn ich „Nein“ sage, dann heißt das auch „Nein“ und das ist auch nicht verhandelbar. Das ist für ihn aber absolut kein Problem, denn er darf ja in 90% der Zeit bestimmen und er „überlässt“ mir quasi 10% der Entscheidungen 😉
      Ich muss allerdings hinzufügen, dass Ísungur kein Durchgänger ist. Aber Nelly, meine junge Berber-Stute, tendiert sehr wohl zum plötzlichen Losbuckeln und würde dann auch sehr gerne Losgaloppieren. Aber auch mit ihr hat mir Intrinzen neue Möglichkeiten aufgezeigt: früher habe ich versucht das Verhalten zu unterbinden, was zu Frust auf ihrer Seite geführt hat (und das Verhalten eher aufgeschaukelt hat). Heute kann ich ihre Energie kanalisieren: sie hat ihre Intrinzen-Übungen, die sie jederzeit zeigen darf und in die sie all ihre Energie stecken kann und die Energie auf diese Weise abbaut. Wenn wir z.B. beim Spazierengehen an „kritische“ Punkte kommen, schlage ich ihr Panther Walk vor und mittlerweile steigt sie immer darauf ein (wenn sie nicht ohnehin schon von alleine damit anfängt!), denn sie weiß: hier kann sie sich stolz präsentieren und wird dafür überschwänglich gelobt – also quasi Doppel-Jackpot für sie 😉
      Diese Erfahrung habe ich auch mit einigen anderen hochenergetischen Pferden gemacht, denn: wenn du mit positiver Verstärkung arbeitest, möchte das Pferd normalerweise bei dir bleiben 🙂 wenn du nicht versuchst ihm Verhaltensweisen zu verbieten, sondern diesen entgegenzukommen bzw. diese zu kanalisieren (und sie daher sinnvoll in dein Training zu integrieren), dann hat dein Pferd keinen Grund wegzulaufen. Diese Taktik geht aber natürlich nur auf, wenn es sich um ein gesundes, schmerzfreies Pferd handelt – aber davon gehe ich jetzt mal aus 😉
      Ich hoffe, meine (etwas lange) Antwort gibt dir hierzu ein paar Gedankenanstöße – pauschale Lösungen gibt es auch mit Intrinzen nicht, aber den Spagat „Autonomie nur in manchen Situationen“ haben mittlerweile schon einige erfolgreich gemeistert 🙂 wenn du es von Anfang an konsequent nur in einem bestimmten Kontext etablierst, hast du höchstwahrscheinlich keinerlei Problem damit.
      Liebe Grüße vom Ponyhof, Nathalie

      • Nina Roerich says:

        Liebe Nathalie,
        Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Das klingt ja eigentlich sehr ermutigend. Ich lasse mir das Ganze noch eine Weile durch den Kopf gehen und vielleicht melde ich mich gleich mitsamt meinem Pferd zu einem Kurs mit Steinar an, dann weiss ich, woran wir sind und ob meinem Vierbeiner das passt 😉 Denn ohne es auszuprobieren, werde ich wohl nie erfahren, ob es das Richtige für uns ist. Danke dir auf jeden Fall!

    • Sonja says:

      Hallo Nina,

      mein Pony und ich arbeiten seit 2 Jahren nach Intrinzen und das mit dem „Nein“ sagen ist eine ganz verzwickte, weil oft falsch verstandene Sachen.

      Die Autonomie ist bei Intrinzen wichtig für die intrinsische Motivation, die im Training entstehen soll.
      Deswegen ist Autonomie eben hauptsächlich (bis ausschließlich) dort wichtig, wo du intrinsische Motivation fördern willst. Also kann man auf jeden Fall das Recht auf „Nein“ auf das Bewegungstraining beschränken.
      Im täglichen Handlich, bei Hufschmied, Tierarzt und im Straßenverkehr gilt das Recht auf „Nein“ bei jedem Intrinzener nur beschränkt – das kann auch jeder individuell gestalten.
      Wichtig ist nur, dass für dein Pferd ersichtlich ist, wann es wieviel Autonomie hat. Mein Pony und ich lösen das über die Ausrüstung und den Kontext. Also frei ohne Ausrüstung auf dem Platz oder der Koppel = Autonomie. Mit Halfter im Wald unterwegs = eingeschränkte Autonomie. Mit Trense im Dorf unterwegs = keine Autonomie.

      http://bewegungsfreudepferd.de/2019/05/31/autonomie-im-pferdetraining/

      Liebe Grüße und viel Spass mit deinem Pferd,
      Sonja
      (P.S. seit Intrinzen ist mein Pony viel ausbalancierter, sowohl körperlich als auch emotional und ich kann ohne Angst vorm Durchgehen ausreiten gehen 🙂 das war davor noch anders)

    • Nathalie says:

      Ich habe gerade auch deine Fotos aus Hamburg gesehen, einfach super! Deine Idee mit den aufgeschriebenen Sprüchen finde ich spitze, so hat man gleich länger was vom Kurs 🙂

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