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Weihnachtsgrüße vom Ponyhof 2018

Ponyhof-Rückblick 2018

Und wieder ist ein Jahr am Ponyhof beinahe vorüber und damit Zeit für einen kleinen Blick zurück.

Abschied von Foxi

Für uns hat das Jahr 2018 leider sehr traurig begonnen: im Februar hat ein schwerer Kälteeinbruch ganz Europa heimgesucht und Foxi hat sich damit leider sehr schwer getan. Trotz intensiver Betreuung hat er schließlich das Trinken und Fressen verweigert und schlussendlich eine schlimme Kolik entwickelt, so dass er letzen Endes erlöst werden musste. Wir hätten es ihm so sehr gewünscht, dass er mit seinen 28 Jahren nochmal einen Frühling erlebt. Möge er in Frieden ruhen, er war ein toller alter Herr, der seine zahlreichen Extra-Behandlungen sehr zu schätzen wusste und uns dies auch täglich mit wohligem Brummeln gezeigt hat.

Dieses Ereignis hat uns nachhaltig geprägt, denn auch wenn Foxi gar nicht “unser” Pferd war, so ist er uns in den letzten Jahren doch wie ein eigenes Pferd ans Herz gewachsen.
Und auch das bedenken viele Leute nicht, wenn sie überlegen ihre Pferde in Eigenregie zu halten: zum Ponyhof gehört auch, sich um das Lebensende eines Pferdes zu kümmern. Während man sich vor Trauer eigentlich am liebsten in einem tiefen Loch verkriechen möchte, so geht das Leben der restlichen Herde trotzdem weiter. Es wird keine Verschnaufpause gegönnt, keine Auszeit um alles in Ruhe zu verarbeiten. Und: als Pferdestallbetreiber ist man auch für die ordnungsgemäße Abwicklung der Tierkörperverwertung zuständig – keine leichte Aufgabe in so einem emotionalen Zustand und auch kein schöner Anblick. Aber leider Teil der Realität.

Gestatten: Lucy!

Der Gedanke an einen Hund hat schon länger in mir geschwelt, aber bis dato war der Aufwand einfach immer zu groß. Nachdem sich dieses Jahr der Ponyhof aber allmählich auf ein lockeres Arbeitspensum eingependelt hat, war nun die Zeit reif für ein neues Familienmitglied! Wir wollten einem Hund aus dem Tierheim einen Lebensplatz schenken und fündig wurden wir schließlich in einer 1-jährigen Kangal-Hündin: beim ersten Besuch verbellte uns die junge Dame verängstigt und beeindruckend zugleich und wir wussten: diese arme Seele findet so schnell keinen geeigneten Platz.

Und so kam es zu Lucy 🙂

Unser kleines Vanille-Mädchen entpuppte sich in vielerlei Hinsicht als ganz anders als erwartet (Kangals sind schon eine sehr spezielle Rasse), sowohl in negativer als auch in positiver Richtung. Sie macht unser Leben definitiv bunter und sorgt für einen deutlichen höheren Fitness-Level 😉

Persönliche Ziele

Das Jahr 2018 war für mich auch ein Jahr der persönlichen Veränderungen: ich bin mir bewusster geworden, wo ich mit meinem Leben hin möchte und was mir wichtig ist. Fazit: weniger Stress, mehr Zeit um den Ponyhof zu genießen.

Damit einhergehend habe ich nicht nur meine berufliche Situation geändert, sondern vor allem auch meinen mentalen Zustand. Der plötzliche Tod von Foxi hat sehr eindrücklich gezeigt wie schnell das Leben vorbei sein kann und dass man nur ein Leben hat. Was willst du aus diesem Leben machen?

Ich hatte mich dazu entschlossen, Dinge bewusster zu machen und zu hinterfragen, warum ich manche Dinge überhaupt tue. Achtsamkeit, Lebenssinn, Glücklichsein: die ganz großen Themen des Lebens also 😉

Alles Glück der Erde, liegt auf dem Rücken eines glücklichen Ponies!

Ein Ergebnis dieses Prozesses war, dass ich beschloss fitter zu werden. Dazu muss man wissen: ich bin ein absoluter Sportmuffel. Ich habe körperliche Anstrengung schon als Kind gehasst: statt Skifahren habe ich lieber auf der Hütte gewartet, Radfahren ohne Stützräder befand ich für unnötig und anstatt mühsamen Schwimmens habe ich lieber auf kraftsparendes Tauchen gesetzt. Und überhaupt: Lesen war stets viel toller als körperliche Betätigung.
Aber: man wird nunmal nicht jünger. Ich habe im familiären Umfeld erlebt, wie unschön es im Alter ist, wenn der Körper sein Leben lang nicht trainiert wurde. Zudem habe ich in den letzten Jahren am Ponyhof mit all der impliziten körperlichen Arbeit festgestellt, wie gut es eigentlich tut wenn man zumindest ein Mindestmaß an Fitness hat. Und last but not least: ich möchte, dass meine Pferde gesund, stark und geschmeidig sind. Warum dann nicht auch ich selbst?

Und der Ponyhof?

Am Ponyhof hat sich hingegen in diesem Jahr nur sehr wenig getan. Das ist ein gutes Zeichen: es gibt kaum noch etwas zu optimieren 🙂

Aus Sicht des Stalls haben wir uns zu wahren Einstreuprofis entwickelt, um endlich eine geeignete Einstreu für unser Pferdeklo zu finden. Fündig wurden wir schließlich in Holzpellets: super Saugkraft, wird von den Pferden nicht gefressen und auch noch leistbar!

Aus Sicht des Pferdetrainings hat sich ebenfalls sehr wenig getan: Foxi’s Tod hat nicht nur ein riesiges Motivationsloch hinterlassen, sondern auch bewirkt dass ich Nelly nicht mehr als Handpferd mitnehmen kann (denn dann würde Lanzelot alleine am Hof sein und das verkraftet er nicht). Insofern musste ich neue Pläne zum Anreiten der kleinen Prinzessin aushecken. Zudem hat sich Nelly im Mai eine Beckenprellung zugezogen, was meine Pläne abermals zunichte gemacht hatte.

All das hat dazu geführt, dass die Ponies und ich zwar viel Spaß am Boden hatten, wir aber nur selten den Hof verlassen haben und ich noch seltener im Sattel gesessen bin. Aber das macht nichts, denn mein Leben ist schließlich trotzdem ein Ponyhof 🙂

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